Von Barcelona direkt in die Ausbildung

Angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit in Spanien von rund 50% haben die jungen Leuten die Chance ergriffen, sich eine neue Berufsperspektive durch eine Ausbildung in der Hotellerie in Deutschland aufzubauen. Auch für die Steigenberger Hotels, die zwar zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund beschäftigen, die zuvor aber noch niemals eine komplette Gruppe direkt aus ihrem Heimatland für die Aufnahme der Ausbildung integriert haben, ist das ein Experiment.

Roberto Rojas, Personalchef der Steigenberger Hotel Group: „Auch wenn wir heute noch keine Probleme haben, Auszubildende in Deutschland zu finden, müssen wir angesichts des demografischen Wandels an die Zukunft denken und neue Wege gehen. Das Projekt ist einer davon.“


Spanische Auszubildende bei Steigenberger
Grundlage für dieses Projekt ist das Förderprogramm MobiPro-EU des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, das über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit koordiniert wird. Dr. Carsten Klein, Leiter der ZAV, erläuterte, dass mit diesem Sonderprogramm das Ziel verfolgt wird, einen Beitrag zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in Europa und zur Fachkräftesicherung in Deutschland zu leisten. Eine Win-Win-Situation also für alle Beteiligten. Weiterhin bedankte er sich bei der Steigenberger Hotel Group für das Engagement bei der Vorbereitung und Umsetzung des Projekts.


von links: Ludwig Pufal, ARBEIT UND LEBEN; Dr. Carsten Klein, ZAV; Roberto Rojas, Steigenberger Hotel Group

Cristina Marugán, Vertreterin der spanischen Botschaft, erklärte, dass auch bei der spanischen Regierung das MobiPro-Programm große Zustimmung erfährt, weil es dem Nachwuchs eine Perspektive bietet, die es Moment in Spanien leider nicht im gewünschten Umfang gäbe.

Sie persönlich unterstütze die jungen Leute durch Beratung in allen Fragen rund um das Thema Arbeit und Soziales.


Cristina Marugán, Spanische Botschaft

Durch das Förderprogramm werden aus Sicht aller Beteiligten gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche und soziale Integration geschaffen. Folgende Aktivitäten wurden bereits im Rahmen des Projekts durchgeführt:

1. Ab Anfang März 2015 begann ein fünfmonatiger Deutschkurs in Barcelona, der mit einer B1-Prüfung Ende Juli abgeschlossen wurde.

2. Bereits während des Sprachkurses fand auch eine erste Vorbereitung auf das Leben in Deutschland durch die Sprachschule sowie Beratungen vor Ort durch Steigenberger und ARBEIT UND LEBEN statt. Außerdem wurden bereits während des Deutschkurses junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hotels als „Paten“ organisiert, die per E-Mail und Skype mit ihren zukünftigen Kolleginnen und Kollegen auf Deutsch kommuniziert haben.

3. Anfang August begann dann ein 3-wöchiges bezahltes Praktikum in den zukünftigen Ausbildungsbetrieben, das von weiterem Sprachunterricht sowie Kennenlern-Programmen des neuen Arbeitsorts begleitet wurde und an dessen Ende der Abschluss der Ausbildungsverträge stand.

 

 


von links: Dr. Carsten Klein, ZAV und Roberto Rojas, Steigenberger Hotel Group

Auch jetzt nach dem Beginn der Ausbildung werden die Auszubildenden weiterhin durch ARBEIT UND LEBEN intensiv unterstützt. Erfahrungen aus anderen Projekten zeigen, dass nur diejenigen, die sich in Deutschland schnell heimisch fühlen und deren Integration am Arbeitsplatz und in der Berufsschule funktioniert, die Ausbildung durchhalten und erfolgreich zu Ende führen werden. Dementsprechend nehmen die Spanier ab jetzt an weiterführenden Sprachkursen teil, erhalten Unterstützung ergänzend zum Berufsschulunterricht und haben Betreuungskräfte, die ihnen jederzeit bei der Lösung von Problemen zur Verfügung stehen.

Ludwig Pufal, der Projektleiter von ARBEIT UND LEBEN: „Unsere jungen Spanier haben schon eine große finanzielle Durststrecke hinter sich und mussten zahlreiche Klippen überwinden, um die Ausbildung bei Steigenberger überhaupt aufnehmen zu können. Wir sind optimistisch, dass ihre Motivation und ihr Engagement anhalten werden und sie das Ausbildungsziel erreichen werden. Wir drücken ihnen und ihren Ausbildungsbetrieben die Daumen.“


Rückfragen an Ludwig Pufal (0551 49507-19 oder 0171 4 149 149)


Ludwig Pufal, ARBEIT UND LEBEN